Mitgliederrückgang hat sich verlangsamt

Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh und die Verbandsjugendleitung auf dem Delegiertentag in Leun
Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh und die Verbandsjugendleitung auf dem Delegiertentag in Leun

Leun. Der Mitgliederrückgang in den Jugendfeuerwehren des Feuerwehrverbandes Wetzlar hält an, hat sich aber verlangsamt. Das sagte Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh (Lahnau-Atzbach) am Samstag vor rund 80 Delegierten in der Leuner Turn- und Mehrzweckhalle.

Zum Jahresende waren 700 Jugendliche, davon 152 Mädchen, in den 65 Jugendfeuerwehren des Altkreises Wetzlar aktiv. Das sind 21 weniger, als im Vorjahr. 134 Neuaufnahmen standen 49 Übernahmen in die Einsatzabteilung und 106 Austritte gegenüber. Während die Mitgliederzahlen in den vergangen fünf Jahren um jährlich 5% zurückgingen, belief sich der Rückgang im vergangen Jahr auf 3%. Deutlicher verringerte sich die Zahl der Jugendwarte und Betreuer, um 38 auf 162.

Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh und die Verbandsjugendleitung auf dem Delegiertentag in Leun
Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh und die Verbandsjugendleitung auf dem Delegiertentag in Leun
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Kritik an Lenste-Schließung

Die Einführung der verkürzten Gymnasialzeit G8 habe ehrenamtliches Engagement der Jugendlichen erschwert. Mit Einführung der Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 habe der Landtag für eine erste Entlastung gesorgt. Gleichwohl müssten Kommunen und Politik die Rahmenbedingungen für eine aktive Mitgliederwerbung an den Schulen verbessern. „Eine Ausweitung unseres Angebots während der Schulzeiten ist mit ehrenamtlichem Personal nicht zu leisten“, sagte Stroh. Zugleich kritisierte er die Schließung des Ostsee-Ferienlagers Lenste: „Hier wird am falschen Ende, auf Kosten nachfolgender Generationen gespart.“ Der Erste Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber (Grüne) begründete die Schließung mit den Schutzschirm-Auflagen des Landes. „Wir haben uns mit der Entscheidung keine Freunde gemacht, werden Ihnen zukünftig aber Vergleichbares anbieten“, sagte Schreiber.

Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber ging auf die Schließung des Ferienlagers Lenste ein.
Erster Kreisbeigeordneter Heinz Schreiber ging auf die Schließung des Ferienlagers Lenste ein.

Schreiber: „Erfolgreich wie der FC Barcelona“

Zuvor hatten neben Schreiber, Leuns Bürgermeister Joachim Heller (SPD), die Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer (CDU) und Dr. Matthias Büger (FDP) sowie Kreisbrandinspektor Rupert Heege, Kreisjugendfeuerwehrwart Steffen Zell, Feuerwehrverbandsvorsitzender Friedel Mehlmann und der stellvertretende Landesjugendfeuerwehrwart Michael Kittel Grußworte an die Versammlung gerichtet. Heller blickte dabei auf seine Zeit als Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Stockhausen zurück. Schreiber zog für die Feuerwehren einen Vergleich mit dem FC Barcelona, der seinen Nachwuchs ebenfalls sehr erfolgreich aus den eigenen Reihen rekrutiere. Irmer und Büger lobten die Nachwuchsarbeit in den Jugendfeuerwehren als „Schule fürs Leben“. Zell berichtete, dass sich die Mitgliederzahl im Altkreis Dillenburg um 28 erhöht hat. Kreisweit war somit ein Plus von 7 Mitgliedern zu verzeichnen.

Leuns Bürgermeister Joachim Heller war Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Stockhausen
Leuns Bürgermeister Joachim Heller war Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Stockhausen.

Ehrung für Gröf

Mit der Florianmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Bronze ehrte der Verband Timo Gröf (Ehringshausen-Niederlemp) für seine Verdienste um die Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit. Die gleiche Ehrung sollte auch Bundestagsabgeordnete Sibylle Pfeiffer (CDU) erhalten, die sich wegen einer Terminüberschneidung entschuldigen ließ. Gleiches gilt für Björn Köhler (Hüttenberg-Vollnkirchen) und Sebastian Hels (Hüttenberg-Volpertshausen). Die Ehrungen sollen nachgeholt werden.

Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh (mitte) und der stellv. Landesjugendfeuerwehrwarter Michael Kittel (rechts, stehend) ehrten Timo Gröf (l.) mit der Florianmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Bronze
Verbandsjugendfeuerwehrwart Michael Stroh (mitte) und der stellv. Landesjugendfeuerwehrwarter Michael Kittel (rechts, stehend) ehrten Timo Gröf (l.) mit der Florianmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Bronze.

Hessentag prägte Aktivitäten

Die Aktivitäten des vergangenen Jahres waren durch den Hessentag in Wetzlar geprägt. Auf dem „Platz der Hilfsorganisationen“ haben die Jugendfeuerwehren mit dem Nachwuchs von THW, Rotem Kreuz, Maltesern und DLRG ihr vielfältiges Programm präsentiert. Unter dem Motto „Wir sind die Zukunft der Feuerwehren in Hessen“ entwarfen Jugendfeuerwehr-Mitglieder einen Motivwagen für den Festzug. Zum Wandertag in Leun-Biskirchen schnürten 260 Jugendliche die Schuhe. Bei Wettbewerben errangen 152 Jugendliche mit der Leistungsspange die höchste Auszeichnung der Jugendfeuerwehr. 126 Mal wurde die Jugendflamme verliehen.

In seinem Ausblick ging Stroh auf die kommenden Veranstaltungen ein. Das Verbands-Zeltlager soll vom 14. bis 16. Juni in Solms-Oberbiel stattfinden. Zum Wandertag treffen sich die Jugendfeuerwehren am 3. Oktober in Greifenstein-Allendorf. Das gemeinsame Großzeltlager der Hilfsorganisationen soll vom 18. bis 22. Juni 2014 am Aartalsee stattfinden.

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