Rund 850 zelteten am Aartalsee

Bischoffen. Basteln, spielen, lernen, Stockbrot, Feldbetten und Lagerfeuer – besser hätten die Hilfsorganisationen des Lahn-Dill-Kreises kaum für Nachwuchs werben können. Gestern bauten die 62 Gruppen, die bei dem Jugendzeltlager „Gemeinsam 2011“ dabei waren, ihre Zelte ab.

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Platzmeister Reiner Jüngst leistete am Mittwochnachmittag Fleißarbeit. Allen teilnehmenden Gruppen wies er einen Platz für ihr Zelt zu. Die Lagerleitung um Kreisbrandinspektor Rupert Heege sowie die Verbandsjugendfeuerwehrwarte Kay-Uwe Holzapfel (Dill) und Alexander Lotz (Wetzlar) gaben den Betreuern kurze Informationen, und los ging es.

Am Donnerstag ging es zum ersten Mal in diesen Tagen richtig rund am Aartalsee. Ein Teil der insgesamt über 80 Workshops und Aktionen stimmte die Mädchen und Jungen auf die nächsten Zeltlagertage bestens ein, quasi zum Aufwärmen. Und das alles bei bestem Wetter.

Für Sportturniere, Workshops und Besichtigungen konnte man sich anmelden. Fast alle Angebote waren ausgebucht. Beispielsweise hatte die THW-Jugend Dillenburg fast dreimal so viele Interessierte für ihre Aktion als Plätze zur Verfügung standen. Es ging darum, mit Fässern, Seilen und Holz ein Floß zu bauen.

Noch mehr los war bei „Schlag den Chef“. Dort übten die Jugendwehren für den großen Auftritt am Abend, wo sie gegen einen der „Chefs“ des Zeltlagers in einem sportlich fairen Wettkampf antraten. Vorher musste man sich aber für das Finale qualifizieren. Vor der Station drängten sich die Kinder und Jugendlichen und warteten auf ihre Chance.

Andrang bei „Schlag den Chef“ und beim Floßbau

Etwas ruhiger, aber genauso interessant waren die Workshops am Tag eins von „Gemeinsam 2011“. Es gab einen Knigge-Kurs, die Aktion „BOB“ vom Polizeipräsidium Mittelhessen stellte sich anschaulich vor, es wurde Friedenspädagogik besprochen.

An anderer Stelle startete eine moderne Schnitzeljagd, das sogenannte Geocaching. Eine Fortbildung für Jugendbetreuer, ein Workshop über Pressearbeit und einer über Suchtprävention waren im Angebot.

Für die Besichtigungen ging es nach Wetzlar zum Optik-Parcours, zur Wache 1 der Feuerwehr und zur Leitstelle. Nicht so weit, aber ebenfalls von großem Interesse, waren die Kläranlage und das Kraftwerk Aartalsee. Knifflig wurde es beim Lagerquiz. „Wo wurde Goethe geboren?“ lautete eine der Fragen. „Hmm… wo wurde der denn geboren?“, überlegten beispielsweise Lisa Kneip, Ricardo Brei und Janina Blecher von der Sechsheldener Jugendfeuerwehr. Wenige Sekunden später die Antwort: „In Frankfurt! Los schreib auf“.

Nach dem Tagesprogramm ließen es sich die Jugendlichen gut gehen, entweder am Badestrand oder sogar im erfrischenden Aartalsee. Andere saßen gemütlich vor und in ihren Zelten und genossen Eis.

„Am Aartalsee ist es cool, lustig und toll“

Abgesehen von der Zeltlager-Atmosphäre ist es gerade das Programm, das die Kinder und Jugendlichen für das Zeltlager begeistert. „Das Programm ist einfach toll und macht Spaß“, lobt Marcel Kube von der Jugendfeuerwehr aus Gusternhain. „Cool und lustig“, so fasste der Aßlarer Nick Kosak das Zelten am Aartalsee zusammen: „Es sind so viele Leute hier. Das ist toll.“

Dass so viele andere Jugendfeuerwehren mit im Boot sind, findet der Sinner Fabian Becker klasse: „Ich hatte es mir nicht so groß und gut vorgestellt.“ Einen kleinen Kritikpunkt hat der Zwölfjährige: „Ich hätte gerne mehr Zeit für den Badestrand gehabt. Ansonsten haben die Organisatoren alles richtig gemacht.“

Angelo Schädel ist in diesem Jahr in die Jugendfeuerwehr Burgsolms eingetreten. „Wenn man bei der Feuerwehr ist, kann man anderen Menschen helfen und sogar Leben retten. Es ist wichtig, dass es Leute gibt, die das machen“, antwortet der Elfjährige. Und das Zeltlager? „Mir gefällt, dass man was Neues entdecken kann und was anderes sieht.“

Der Niederbieler Teo Zielasek wollte „einfach mal schauen, wie das Zeltlager so ist“ – und ist begeistert: „Es ist toll, dass man überall mitmachen kann.“ Nur mit dem Feldbett kommt er nicht gut zurecht. „Ich bin unter dem Bett aufgewacht, weil ich im Schlaf rausgefallen bin“.

841 sehen Feuerwerk zum Finale

Mit dem großen Jugendzeltlager „Gemeinsam 2011“ am Aartalsee haben die Hilfsorganisationen demonstriert, dass in ihren Jugendabteilungen mehr geboten wird, als die Ausbildung angehender Einsatzkräfte. Sie leisten wichtige Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen. Am Ende immer zum Wohle der Allgemeinheit, zur Hilfe und Sicherheit.

Die Intention der Organisatoren, gemeinsam auf sich und auf ihre Jugendgruppen aufmerksam zu machen, gemeinsam zu werben, dürfte gelungen sein. Die Organisatoren um Kreisbrandinspektor Rupert Heege und Kreisjugendfeuerwehrwart Steffen Zell zeigten sich am Samstagabend und gestern jedenfalls rundum zufrieden mit dem Zeltlager – trotz des Wermutstropfens einer Gewitterfront am Samstag.

„Allen hat das Zeltlager großen Spaß gemacht. Es hat alles gut funktioniert. Wir haben nur positive Resonanz bekommen“, zog Steffen Zell gestern Vormittag Bilanz. Die Workshops und Aktionen wurden von den Teilnehmern bestens angenommen, vor allem die, die am, auf und im Wasser stattgefunden haben. Bei dem sommerlichen Wetter während des Zeltlagers waren sie die absoluten Renner.

Am Samstagabend war zum Finale von „Gemeinsam 2011“ noch ein „Highlight“ geplant: Alle 841 Teilnehmer sollten sich rund um den Aartalsee postieren, ausgestattet mit Leuchtbändern. Leuchtbälle sollten herumgereicht werden. Zwei extra angefertigte Blaulichter sollten durch die Reihen gereicht werden und auf der Staumauer aufeinander treffen.

Dies hätte das Startsignal für ein kleines Feuerwerk sein sollen. Die Menschenkette musste jedoch wegen der schnell herannahenden Gewitterfront abgesagt werden. Die Kinder und Jugendlichen wurden sicherheitshalber eilig zurück geholt und auf einer Seite des Sees postiert.

Das Feuerwerk zündeten die Verantwortlich dann ohne das Blaulicht-Zeichen. Raketen und Feuer stiegen am Ufer empor. Feuersterne funkelten und blitzten, bunt leuchtende Kugeln schossen empor. Der Aartalsee war ein Meer aus Licht und Farben. Kurz zuvor ging es im großen Veranstaltungszelt rund.

Beim Karaokeabend sangen und feierten die Kinder und Jugendlichen ausgelassen, bejubelten jeden, der sich traute und ein Lied sang. Einen Hit nach dem anderen schmetterten die Mutigen, im Rücken einen großen Chor, der grölte, klatschte und tanzte. Das finale Feuerwerk war dann rechtzeitig vor dem Gewitter beendet. Mit den Mannschaftstransportwagen brachten die Wehrleute den Nachwuchs sicher ins Zeltlager zurück.

Gestern morgen dann der Abbau der 62 Zelte. Schon vor dem Mittag war von ihnen nichts mehr zu sehen. In drei Jahren wollen die Organisatoren wieder ein Jugendzeltlager auf die Beine stellen. „Schön wäre es, wenn wir dann die 1000-Teilnehmer-Marke knacken würden“, sagte der Kreisjugendfeuerwehrwart.

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